FIP bei Katzen

Die feline infektiöse Peritonitis (FIP) ist eine schwere entzündliche Erkrankung bei Katzen. Sie entsteht im Zusammenhang mit Veränderungen des felinen Coronavirus (FCoV). Dieses weitverbreitete Virus verursacht meist keine oder nur leichte Darmbeschwerden. Nur ein kleiner Teil der infizierten Katzen entwickelt FIP. Besonders häufig betroffen sind junge Katzen.

Die Erkrankung kann unterschiedliche Organe betreffen. Mögliche Anzeichen sind anhaltendes oder wiederkehrendes Fieber, Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust und Abgeschlagenheit. Bei manchen Katzen sammelt sich Flüssigkeit im Bauch- oder Brustraum an – häufig als „feuchte FIP“ bezeichnet. Bei anderen stehen entzündliche Veränderungen der Organe im Vordergrund, die sogenannte „trockene FIP“. Auch Augen und Nervensystem können betroffen sein. Übergänge und Mischformen sind möglich.

Die Diagnose erfordert eine sorgfältige tierärztliche Untersuchung. Dabei werden Symptome, Blutwerte und gegebenenfalls Untersuchungen von Ergussflüssigkeit oder Gewebe gemeinsam beurteilt. Ein positiver Coronavirus-Antikörpertest allein weist keine FIP nach, sondern zeigt lediglich einen früheren Kontakt mit dem Virus an.

Während FIP ohne wirksame Behandlung in aller Regel tödlich verläuft, haben antivirale Wirkstoffe wie GS-441524 die Behandlungsmöglichkeiten entscheidend verbessert. Viele erkrankte Katzen können heute erfolgreich behandelt werden. Eine Heilung lässt sich jedoch nicht in jedem Einzelfall garantieren. Die Therapie muss tierärztlich geplant und durch regelmäßige Kontrollen begleitet werden. Behandlungsdauer und Dosierung richten sich unter anderem nach dem Krankheitsbild und dem individuellen Ansprechen. Bei einem Verdacht sollte deshalb frühzeitig eine Tierarztpraxis aufgesucht werden; bei Atemnot ist sofortige tierärztliche Hilfe erforderlich.

Die Akademie Villa Aurora e.V. veranstaltet jährlich Fortbildungsveranstaltungen für Tierärzte zu Diagnostik und Behandlung sowie zum Austausch über Erfahrungen aus der tierärztlichen Praxis. Die Fortbildungen unterstützen die Verbreitung neuer Erkenntnisse und deren Anwendung in der Versorgung erkrankter Katzen. Tierärzte, die sich auf der Grundlage solcher Veranstaltungen auf die Behandlung von FIP spezialisiert haben, sind in dem Portal fipvet.de verzeichnet.